ABENTEUER Artesonraju

Nachdem Nadine bereits ausführlich auf dem Red Bull BLOG über unsere bisherigen Abenteuer in Peru berichtet hat, widme ich mich unserem letzten Kapitel: dem Artesonraju.

Der Artesonraju, 6025m, gilt wohl als einer der formschönsten Gipfel in der Cordillera Blanca, wenn nicht sogar weltweit. Vielen ist der Berg indirekt bekannt – als DER Paramount Pictures Logo Berg. Nicht nur für viele Bergsteiger hat dieser Berg eine magische Anziehungskraft, in den vergangenen Jahren haben immer wieder Skibergsteiger versucht, die 50-55 Grad steile Flanke zu befahren. Mit oder ohne Erfolg. Sie alle versuchten ihr Glück. Die Erstbefahrung gelang im Jahre 1979 dem französischen Steilwandfahrer Patrick ValIencant, der Tiroler Bergführer Stephan Keck (unser Ansprechpartner für Südamerika – an dieser Stelle DANKE Stephan) fuhr im Jahre 1998 die Wand solo und im Jahre 2013 musste der Schwedische Extremskifahrer Andreas Fransson (RIP Andreas, leider letztes Jahr tödlich in Südamerika verunglückt) 200 hm unterhalb des Gipfels umdrehen…

Wir hatten also viel gehört und gelesen über diesen Berg, fühlten uns gut akklimatisiert und wollten den Versuch starten. Leider hatte Nadine das Pech, von der letzten Expedition im Santa Cruz Tal eine Magen-Darm Erkrankung davon getragen zu haben. Davon war sie immer noch geschwächt. Trotzdem starten wir gemeinsam. Nadine ist wirklich eine extrem starke Persönlichkeit, ein zäher Knochen wenn es um ihre Gesundheit geht und so ein lebensfroher Mensch. Ich bin mir sicher sie wird in den nächsten Jahren mit vielen spannenden Projekten auf sich aufmerksam machen!

Tagebucheintrag vom 21. Juni 2015

In Südamerika ticken die Uhren anders. Um 6 Uhr sollten wir von unserem Taxifahrer abgeholt werden. Nada, keiner da. Es fahren immer wieder hupende Taxis an der Hauptstraße vorbei, einer bleibt stehen und ich dachte, ja das ist unser Taxi. Ich wusste ja nicht, dass William wieder denselben Taxifahrer organisiert hatte, hätte es mir aber denken können…

Wir packen alle Sachen (Ski, Rucksäcke, etc…) ins Auto und als wir alle im Auto sitzen fragt uns der Taxifahrer, wo wir denn hin wollen. Kommt uns sprichwörtlich spanisch vor. Als wir erklären wohin wir wollen, immer noch nichts, also steigen wir wieder aus. Wir sitzen definitiv im falschen Taxi :-) hahhahaa… Er möchte 3 soles (=1 Euro) für die Aktion, die wir ihm aber nicht zahlen, schließlich ist er mit uns keinen Meter gefahren. Um 6.45 Uhr kommt dann endlich unser Taxifahrer mit Williams’ Cousin, der uns als Träger begleiten wird. Der Taxifahrer freut sich uns zu sehen und zeigt uns stolz seinen erworbenen Dachträger, damit die Ski diesmal am Dach und nicht mehr im Auto Platz finden. Das letzte Mal mussten sich Nadine und Andi einen Sitz teilen bei der 3stündigen Autofahrt ins Santa Cruz Tal…

Es ist Sonntag und viel los auf der Straße. Unter anderem kommen wir in gleich zwei Polizeikontrollen, aber wir haben ja Zeit. Tranquillo, tranquillo…

Nach ca. 2 Stunden Autofahrt auf der Hauptstraße biegen wir nun in das Paron Tal ein. Eine holprige Straße schlängelt sich den Berg hoch. Vorbei an der Mautstation, passieren wir ein wenig später die Nationalpark Kontrolle. Andi hat seine Papiere vergessen, doch wir schwindeln uns irgendwie durch und dank Nadines’ Skilehrerausweis ist das Bergführerproblem auch erledigt. Ansonsten müssten wir nämlich einen Guide engagieren. Aber wir sind ja beide Guides, nur keine Bergführerinnen, sondern Skiführerinnen…

Nach 32km taleinwärts ist Endstation für unser Taxi. Nun sind wir selber die Esel, denn in das Paron Tal marschieren keine Esel (zu unwegsames Gelände) und somit müssen wir all unser Gepäck selbst tragen. Aktuelles Rucksackgewicht: 23kg! Andi hat mit dem Kameraequipment noch mehr zu schleppen. Nadine kämpft leider immer noch mit Bauchkrämpfen und entschließt sich ohne Skigepäck loszumarschieren…

Wir wandern am azurblauen Paronsee entlang, das Panorama ist unglaublich schön. Nadine kann dies leider nicht wirklich genießen, zu groß sind ihre Schmerzen, auch für ihr Bein ist die Belastung momentan zu groß. Es ist unglaublich, was für ein taffes Mädel sie ist! Nach nur einem Jahr und zwei Monaten ist sie nach offenem Schien- und Wadenbeinbruch, nach vielen Höhen und Tiefen, hier auf Skiexpedition – fetter Respekt mi amiga!

Schweren Herzens entschließt sie sich umzudrehen. Ihre Entscheidung macht sie sich bei Gott nicht leicht, aber wenn es dir Schmerzen unmöglich machen, noch Spass zu haben, dann muss man dies leider akzeptieren. Ich kann ein Lied davon singen ;-)

Wir verabschieden uns von ihr und gehen weiter. Ziel: das Moraine Camp auf ca 4800m. Am Ende des Sees erblicken wir nun das erste Mal die volle Pracht des Artesonraju. Wow, massives Teil. Und da wollen wir rauf?

Der Rucksack ist schwer, jedoch sind meine Beine gut erholt. Andi kämpft sich den Berg hoch. Es ist unglaublich wie sehr die Tagesverfassung eine Rolle spielt. Mal läuft es besser, dann wieder gar nicht. Gegen 17 Uhr erreichen wir dann endlich das Moraine Camp. Unser Träger hat dankenswerterweise bereits das Zelt aufgestellt. Die Sonne ist hinter dem Gipfel verschwunden, der Wind bläst heftig und wir blicken in das Angesicht des Artesonraju. Eine formschöne Gestalt, mächtig und auch respekteinflößend. Der Gipfelaufbau scheint unbezwingbar. Stark überwechtet, überhängend. Mit dem Gedanken den Gipfel versuchen zu wollen spiele ich momentan nicht, denn ich möchte ja hinunter FAHREN. Die Wand jedoch präsentiert sich in gutem Zustand, mal schauen was der morgige Tag so bringt…

Jetzt heißt es erst Mal Wasser holen, um etwas Warmes zu kochen. Dies wird jedoch noch zur Herausforderung, da unser  Träger meint, dass es nur Wasser im Gletschersee gibt. Also das heißt mit unseren Wasserflaschen auf losem Geröll über steiles Gelände absteigen, Wasser holen und dann erst kochen. Na bravo. Ich habe HUNGER!

Andi kocht uns Nudeln, es wird langsam finster und wir verkriechen uns ins Zelt. Der Boden ist uneben, die Unterlagsmatte hart – gefühlte hundert Mal drehe und wälze ich mich. Ich vermisse sooooo sehr meine in Hatun Machay verschwundene ThermaRest Matte… Andi ergeht es gleich, doch irgendwann schlafen wir dann doch ein…

Montag, 22. Juni 2015

Bis ca. 9 Uhr haben wir geschlafen, bevor es gemütliches Frühstück in der Sonne gibt. Juhu, ein kleines Erfolgserlebnis: ich finde fließendes Wasser nur ein paar Minuten vom Basislager entfernt. Dies erspart uns nun mühsames Wasser holen im unwegsamen Gelände. Gegen 11 Uhr brechen wir mit unserem Material auf. Wir wollen uns den Artesonraju aus nächster Nähe ansehen und den Routenverlauf auschecken. Eine dreiviertel Stunde geht es über den massiven Geröllhaufen der Moräne, bevor wir am Gletscher unsere Ski anschnallen und auffellen können..

Zunächst dürfen wir hier mal drüber...
Zunächst dürfen wir hier mal drüber…

Wir sind ganz alleine unterwegs. Keine anderen Bergsteiger sind hier, nur wir, sonst niemand. Fast unglaublich. Die Umgebung ist surreal. Massive Gletscher und Berge rundherum, beeindruckend!

Dienstag, 23. Juni 2015

Um 3 Uhr morgens klingelt der GPS-Wecker. Ich bin gleich wach, schließlich habe ich sehr schlecht geschlafen. Leichte Kopfschmerzen begleiten mich.

Es ist eine sternenklare Nacht, der Wind bläst kräftig. Andi und ich versuchen so viel nahrhaftes wie möglich in uns hineinzustopfen. Nach 4 Uhr brechen wir auf und verlassen das Basislager. Im Licht unserer Stirnlampen kämpfen wir uns über das Geröll. Andi ist weit voraus, in weiter Ferne erkenne ich den Lichtkegel seiner Stirnlampe. Ich lasse mir Zeit, denn über den Geröllhaufen gilt es vorsichtig zu sein. Eine Verletzung wäre fatal. Schließlich fliegt hier kein Heli und ein Rettungstrupp ist Tage unterwegs… Da sind wir in den Alpen unglaublich verwöhnt!

Ich erreiche das Materialdepot. Andi wartet dort auf mich. Ich kämpfe mich in meine Skischuhe hinein. Die Schale ist hart und so dauert es einige Minuten bis ich endlich in den Schuhen drinnen bin…

Walking in the dark...
Walking in the dark…

Es geht weiter mit Skiern über den Gletscher. Nach dem ersten Flachstück wird es kontinuierlich steiler. Ein Steilstück erfordert den Wechsel auf Steigeisen, jedoch können wir danach wieder auf Skiern weiter marschieren. Eine Skispur ist über den Gletscherbruch erkennbar der wir folgen. Die Gletscherspalten sind riesig!

Es ist bitterkalt, der Wind pfeift. Ohne meine Daunenhandschuhe wäre ich aufgeschmissen. Für mich ist die Entscheidung gefallen, dass ich Andi nur bis zum Bergschrund begleiten werde. Ich habe einen Hungerast, den ich mit Energieriegeln nicht überbrücken kann, ich bin müde. Meine Motivation die Wand zu klettern und zu fahren ist auf ein Minimum geschrumpft. Zwar weiß ich dass ich das schaffen könnte, aber mental bin ich nach diesem Winter so ausgelaugt, dass es besser ist auf mein Bauchgefühl zu hören und umzudrehen. Für mich die richtige Entscheidung. Für Andi ist die Entscheidung auch in Ordnung, schließlich wissen wir, dass wir hier am Berg auf uns alleine gestellt sind. Wir wären ohnehin seilfrei gegangen und diese Berge erfordern viel Erfahrung, vielleicht ist es noch zu früh… Oder wie heißt es so schön, im Leben hat alles seinen Grund…

Gletscherselfie ;-)
Gletscherselfie ;-)

Wir machen gemeinsam Pause am Bergschrund, bevor ich mich für die Abfahrt und Andi sich für den Aufstieg bereit macht. Ich fahre über den Gletscherbruch ab, muss dabei einige Male stehen bleiben, um Luft zu holen. Die Höhe ist wirklich ein Faktor, den man ERFAHREN muss, ansonsten kann man sich das nicht vorstellen… Es geht alles viel langsamer vor sich…

Am Moränenfeld suche ich mir einen windgeschützten Platz, um Andi von hier aus zu beobachten. Er klettert bis zur ersten Felsinsel, dann dreht auch er um. Über den Bergkamm ziehen immer wieder dichte Wolken Richtung Arteson. Das Risiko im Nebel da oben gefangen zu sein erscheint ihm zu groß. Es ist eine 50/50 Chance. Wir haben es heuer mit dem El Nino Phänomen zu tun, da ist das Einschätzen des Wetters noch schwieriger, da es häufig schwankt und wechselt.

Er ist enttäuscht es nicht geschafft zu haben, doch ich bin mir sicher er wird wieder kommen und es dann schaffen! Der Berg steht noch länger da und er ist ja noch jung!

Die Abfahrt über den flachen Gletscher mit den harten Windgangeln erweist sich nochmals als konditionelle Herausforderung.

da brennen die Oberschenkel...
da brennen die Oberschenkel…

Gegen 14.30 Uhr sind wir zurück im Basislager. Jetzt heißt es erst mal etwas kochen und Hunger stillen…

Mittwoch, 24. Juni 2015

Eine weitere unruhige Nacht mit wenig Schlaf. Die Unterlagsmatte ist mega hart, meine Hüften schmerzen wenn ich seitlich liege. Der Wind pfeift die ganze Nacht. Ich habe das Gefühl, dass das Zelt gleich weg fliegt. Irgendwann wird es dann gottseidank hell, wir stehen auf, packen unsere Sachen zusammen. Durch den Wind und die relativ kalten Temperaturen bleibt keine Zeit für das Frühstück. Es muss ohne gehen. Die Sachen sind im Rucksack verstaut, ein letzter Blick zum Arteson. Heute wäre keine Besteigung möglich gewesen, zu stark war der Wind.

vom Winde verweht...
vom Winde verweht…

Der Abstieg mit dem schweren Gepäck drückt auf den Rücken und mein kaputtes Knie. Jedoch wird es wieder wärmer. Wie sehr freue ich mich auf ein bequemes Bett, eine Dusche und etwas zu ESSEN:-) Am See angekommen begleitet mich für eine Weile eine Kuh, doch mein Gepäck will sie nicht tragen. Blöde Kuh ;-) hahhaa…

Schweres Gepäck... Selber blöde Kuh ;-)
Schweres Gepäck… Selber blöde Kuh ;-)

Endlich. Zurück am Ausgangspunkt. Nach einer halben Stunde in der Sonne liegend, kommt unser Taxifahrer. Wir freuen uns ihn wieder zu sehen. Er bringt uns wieder zurück nach Huaraz, wo vorerst einmal die wohlverdiente Dusche im Casa Maria auf uns wartet…

Postcards from Peru…

 

In June 2015 I travelled with my friends Nadine Wallner and photographer Andreas Vigl to PERU, South America… It was an AWESOME trip, physically very demanding but we had such a wonderful time there!!! Nadine blogged about some of our adventures (in german):

http://www.redbull.com/at/de/snow/stories/1331727866741/postcards-from-peru-nadine-wallner-bloggt-aus-der-codillera-blanca

I will try to write an update sooooon :-)

Skihochtour Piz Palü

14. Mai 2015

Der Piz Palü in der Berninagruppe, gilt als einer der formschönsten Berge in den Alpen. Grund genug, vor dem Schlechtwettereinbruch in diese Gegend zu fahren und die günstigen Verhältnisse nutzen.

Gemeinsam mit meinen Freunden Dani, Pia & Michi starte ich Donnerstag früh Richtung Schweiz…

Die Diavolezza Bahn erspart uns die ersten 1000 Höhenmeter, trotzdem sind es von der Bergstation nochmal 1000 Höhenmeter bis zum Gipfel. Die Umgebung ist wirklich wunderschön und faszinierend! Bis auf einen Skibergsteiger, der auf den Ostgipfel in 1,5 Stunden rennt und einen Vater mit Tochter, die uns bei der Abfahrt entgegen kommen, sind wir überraschenderweise die Einzigen am Berg! Wow, fast unglaublich! Schließlich ist der Palü ein “Modeskihochtourenberg”, da müssen ja schließlich alle mal rauf ;-) Verständlicherweise… Und durch die Bergbahn wird dieser Berg doch einem breiten Publikum zugänglich…

Eindrucksvoll sind die tiefen Spalten, die den Gletscher zerfurchen, die Gratwanderung zum Ost- und dann weiter zum Hauptgipfel. Michi und ich werfen einen Blick in die Nordflanke des Piz Palü. Die Soresini Linie wäre auch eine Abfahrtsmöglichkeit. Eine Steilwandabfahrt die es in sich hat. Nein, nicht an diesem Tag. Mein Kopf fühlt sich leer. Dafür müssen die Verhältnisse zu 100% passen. Eben nicht an diesem Tag. Vom Ostgipfel fahren wir am Grat entlang retour und über die Aufstiegsroute ab. Wir entscheiden uns gegen die Variante über den Morteratschgletscher abzufahren und das Tal hinauszuwandern. Stattdessen steigen wir wieder Richtung Bergstation Diavolezza auf und fahren im Sulzschnee bis ins Tal. Es war ein herrlicher Tag!!!! Happy faces – alle glücklich und zufrieden!

DANKE Dani, Pia und Michi für den super Ausflug!!!! Scheeeee woars!!!!

Und jetzt lasse ich die Bilder sprechen:

Hintere Schwärze Nordwand

10./11. Mai 2015

Frühjahrszeit. Jetzt sind die steilen Nordwände wieder ein Thema und die Bedingungen im Moment sind ganz passabel. Gemeinsam mit meiner Bergans Teamkollegin Lori Huber haben wir die Hinter Schwärze Nordwand ins Visier genommen. Mit einer Länge von 280 Höhenmetern ist sie nicht lang, aber mit bis zu 55 Grad doch sehr steil.

Wir fahren nach Vent, dem Ausganspunkt unserer Tour. Vent, das Bergsteigerdorf im hintersten Ötztal ist wie ausgestorben. Die Wintersaison ist vorbei und somit sind nur noch wenige Einheimische im Ort…

Mit schwerem Gepäck marschieren wir in Vent los…

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Die Temperaturen sind perfekt, das Wetter könnte nicht besser sein. Wir beide waren zwar schon das ein oder andere Mal in Vent, aber noch nie auf der Martin-Busch Hütte. Und so passiert es, dass wir uns verquatschen und nicht mehr auf die Wegrichtung achten. Beide verlassen wir uns gegenseitig darauf, dass wir sowieso richtig sind. Ich weiß zwar, dass wir einen elendslangen Hadscher in ein Tal vor uns haben, doch das ist nicht das richtige Tal ;-) hahahaa… 45 min später sind wir in Rofen. Ich frage den Bauern zur Vorsicht nochmal, doch mein Bauchgefühl hatte schon Recht, WIR SIND FALSCH, aahhhhh…

Und das mit dem schweren Gepäck am Rücken. Na ja. Nützt nix, retour und zurück auf den richtigen Weg. Wir verlieren wertvolle Zeit, es wird langsam dunkel. Ein steiler Weg mit einigen zu überquerenden Lawinenfeldern ist zurück zu legen. 2,5 Stunden später erreichen wir endlich im Dunkeln die Martin-Busch Hütte…

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Nach kurzem Suchen finden wir den bestausgestatteten Winterraum der Hütte, heizen ein und kochen noch ein wenig Tee. Gegen Mitternacht legen wir uns dann schlafen… Mein Rücken ist total verspannt, die körperliche Anstrengung ist spürbar, erst spät schlafe ich ein…

Um 5.45 Uhr werde ich wach. Draußen ist es bereits hell. Tagwache dann um 6.30 Uhr. Kurzes Frühstück. Dann starten wir los…

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Wir haben nun zwei Möglichkeiten, um den Marzellferner zu erreichen. Entweder ins Bachbett abfahren, teils absteigen und die Lawinenkegel queren oder Mels’ Variante: den Bergsturz queren. Ein wenig Überzeugungsarbeit an Lori ist notwendig, denn Loris’ Variante ist sicher gescheiter, aber ein bisserl Kletterei in der Früh macht doch Spass ;-)

Also entscheiden wir uns für meine Variante… Logisch geht das!

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Wir queren den Bergsturz in teils mühsamer Kletterei. Quite a challenge aber alles im Griff. Irgendwann erreichen wir dann doch den Schnee und kommen gut voran. Der Aufstieg über den Marzellferner bis zum Einstieg in die Wand erweist sich als angenehm zu gehen. Zwar ist es hart, aber passt scho…

Der Versuch der Querung des Bergschrunds mittels Ski scheitert, zu hart. Umbau auf Steigeisen – Wechsel mit spuren. 50 Schritte – Wechsel. Die Wand ist wirklich steil, teils über 55 Grad (gemessene Stelle im oberen Bereich der Wand 57 Grad).

Wir kommen gut voran. Die Wand nimmt kein Ende obwohl sie nicht so lang wäre. Schritte zählen, Pickel rein hauen – weiter. Irgendwann erreichen wir dann doch den Wandausstieg, es wird flacher. Die letzten Meter bis zum Skidepot. Wir steigen zum Gipfel hoch, setzen uns auf a gmiatliches Platzerl und genießen die wohlverdiente Gipfeljause…

Nach einer gemütlichen Rast, steigen wir die paar Meter wieder ab zu den Skiern und machen uns bereit zur Abfahrt. Lori lässt mich vorfahren weil sie mir zusehen möchte. Die Wand ist wirklich steil, keine Fehler sind erlaubt. Ich schwinge sicher hinunter und mache noch ein paar Fotos von Lori. Es ist hart in der Wand, aber gerade richtig zum fahren. Es slufft fast nicht…

Wir sind heil herunten und entschließen uns für einen weiteren kurzen Anstieg Richtung Niederjochferner. Macht mehr Sinn, damit wir uns den Anstieg zur Hütte und das queren der Lawinenfelder ersparen. So kommen wir fast zur Hütte. Der Schnee ist faul, teilweise sinkt man knietief ein…

Ich halte es in den Schuhen nicht mehr aus. Zu lange war der Tag. Zu eng sind die Schuhe, denn ich bin ja immer noch abfahrtsorientiert unterwegs und da heißt es je enger desto besser ;-) Endlich die Hütte – raus aus den Schuhen – etwas trinken – zum Bach – Füße rein – herrlich…

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Wir beladen unsere Rucksäcke. In normalen Schuhen geht es zurück…

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Je weiter desto schwerer der Rucksack. Es hört nicht auf. 2,5 Stunden bergab. Für mein kaputtes Knie ist bergabwärts gehen eine Tortur. Ich hasse es. Der Rücken schmerzt, das Knie tut weh. ENDLICH. Nach einer langen Odysee erreichen wir um 21 Uhr das Auto. Sooooo froh! Geschafft! Es war ein langer Tag…

Danke Lori für das coole, gemeinsame Bergabenteuer!

Skitouring in Norway

Norway is definetely one of the most beautiful countries I’ve travelled to. So I was privileged to join photographer Toni Brey and my friend Teresa Brenner for another ski adventure to Northern Norway.

Within 10 days, we had 8 days of blue sky and sunshine, were blown away by this beautiful nature. Words can’t describe what we have seen so here are the Pictures to get an Impression:

Our first colouir but we didn't get that far. An avalanche swept Teresa 10 meters away, luckily nothing happened but now we were aware to be more careful
Our first colouir but we didn’t get that far. An avalanche swept Teresa 10 meters away, luckily nothing happened but now we were aware to be more careful
Minutes later snow was sliding down...
Minutes later snow was sliding down…
Luttinden, our first Peak. Hiked and skied this obvious colouir and had a sensational view from the top...
Luttinden, our first Peak. Hiked and skied this obvious colour and had a sensationell view from the top…

After a great stay in Senja we move on to the Lyngen Alps, where everything is bigger and more alpine. We stayed at the Jaegervasbu hut, a perfect base to start our tour to Jaegervastinden.
1500 altitude meters, a challenging approach but another sensational view from the top and a very good skiing down…

It was a wonderful journey and I’m very thankful for the opportunity that I could go there! Thanks Teresa & Toni for the memorable times!

Skiführerausbildung Teil 3 / Prüfungskurs Bielerhöhe

Nachdem ich fast zweieinhalb Wochen krank im Bett lag und mich wieder mal mit Antibiotika vollstopfen musste, wurde ich gottseidank doch noch rechtzeitig wieder halbwegs fit, um am letzten Teil der Skiführerausbildung teilzunehmen…
Besser hätte es nicht sein können: 5 Tage beste Verhältnisse – Traumwetter und super Schnee und erst am letzten Tag, genau zur Prüfung schlechtes Wetter…
Doch auch das schöne Wetter kann anstrengend sein. Vor allem wenn in der Höhe die Sonne runter knallt, jeden Tag viele Höhenmeter geknackt werden und wenig Zeit für Pausen bleibt. Es war wohl eine der intensivsten Wochen, mit extrem viel Input und viel Gelerntem.
Nun ist es vorbei.
Ausbildung bestanden. Jetzt bin ich offiziell staatlich geprüfte Skiführerin :-)
Tourenhighlight der Woche in der Silvretta: Bielerhöhe (2071m) – Überschreitung der Schneeglocke (3223m), Abfahrt über die Rotfluhlücke, Aufstieg Piz Buin (3312m). Start um 8 Uhr morgens, zurück auf der Bielerhöhe um 17 Uhr. Langer Tag.
Sonstige Touren:
Bielerhöhe (2071m) – Henne Kopf (2704m) – Aufstieg über Südgrat.
Bielerhöhe (2071m) – Lützner Sattel (2737m) – Winterberg (2932m)
Bielerhöhe (2071m) – Madlenerscharte – Madlenerspitze (2969m) – Geschnerscharte – Vordere Getschnerspitze (2975m)

Melissa Presslaber *** Professional Freeskier / Freeski Mountaineer ***

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